LIFESTYLE | CAPSULE WARDROBE , NACHHALTIGKEIT ZUM ANZIEHEN?

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Wisst ihr was eine Capsule Wardrobe ist? Das wusste ich lange Zeit auch nicht. Als ich 2010 meinen Blog myberlinfashion startete, sind meine Kleiderschränke (ja, Mehrzahl!) praktisch geplatzt. Seit einigen Jahren beschäftige ich immer mehr mit dem Thema Minimalismus und Nachhaltigkeit und bin so im Jahr 2020, als sowieso alles anders wurde, auf das Thema aufmerksam geworden, dass ich euch heute vorstellen möchte..


Zuerst einmal möchte ich euch aber erzählen, wie ich, ein Mädchen, das vor einigen Jahren 214 Paar Schuhe besessen hat, zum Thema Minimalismus gekommen ist. Im Jahr 2015, als ich meine erstes Editorialreise nach Bali unternommen habe, hat alles angefangen. November 2015 war der Startpunkt, an dem sich dieser Blog von einem reinen Fashion Blog zu einem Reise- und Lifestyle Blog entwickelt hat, denn mit meiner ersten selbst geplanten Editorialreise, packte mich die Reiselust und ich habe angefangen die Welt alleine zu bereisen und zu entdecken. Mit dieser Reiselust und einem einzigen Koffer in der Hand, wurde mir bewusst, dass es zwar toll ist viele Dinge zu besitzen, sie mir aber nichts nützen würden, wenn ich doch eh nur einen Koffer habe, mit dem ich einen Monat auskommen muss, oder wie 2017 auf meiner Weltreise sogar 211 Tage.

Ich begann zu überlegen, was mich schwer macht und so wurde mir klar, dass dieser übermäßige Konsum mich unglaublich beschwerte. Ich fing also systematisch an meine Schränke zu leeren. Jedes Mal, wenn ein großer Karton ankommen würde, versuchte ich diesen zu füllen und zu MädchenFlohmarkt zu schicken. Ich beschränkte meine Aktionen aber nicht nur auf eine Wardrobe Detox, sondern auf all meinen Besitzt.


Nachdem ich letztes Jahr ausgezogen bin, habe ich es mir zum Ziel gemacht meinen gesamten Kleiderschrank zu überarbeiten. Durch Corona wurde mir bewusst, dass selbst meine Ansicht von wenig immer noch zu viel war und so sortierte ich weiter aus.

Mittlerweile bin ich dabei meine Capsule Wardrobe einzurichten. Eine Capsule Wardrobe ist ein Kleiderschrank, der aus 50-70 Teilen besteht. Bye, bye 214 Paar Schuhe (ja, gab es wirklich mal!) war zwar schon lange das Motto, aber seit 2020 habe ich immer weiter reduziert. Ihr fragt euch warum ich mich für eine Capsule Wardrobe entschieden habe? Es ist nachhaltiger, man empfindet mehr Dankbarkeit für seinen Besitzt und man trägt die Kleidung, die man besitzt, auch wirklich und lässt sie nicht einfach nur im Schrank verrotten. Ich habe auch während des Aufbaus meiner Capsule Wardrobe gemerkt, dass einige Dinge einfach nicht passten, da sie zu eigen waren. Bei diesem Projekt muss untereinander alles stimmig und leicht mit einander kombinierbar sein. Zwar sind es viele Basics, aber hier besteht der Trick darin, dass man hochwertige Teile auswählt, die man lange trägt und die auch noch in einigen Jahren Freude bereiten.

Ein weiterer Anlass war für mich auch, dass ich meinen Stil ändern wollte. Eine Persönlichkeit und ein Charakter entwickeln sich immer weiter. Ich habe schon immer gesagt, dass Kleidung viel über einen Menschen und seine Persönlichkeit aussagt und so war es mir auch wichtig meinen Schrank daran anzupassen. Noch ist meine Capsule Wardrobe nicht fertig. Ich lasse mir Zeit und wähle jedes Teil nach genauer Überlegung, auch wenn es dann manchmal doch wieder gehen muss. Zudem möchte ich keine Kleidung wegwerfen und verkaufe auf Second Hand Plattformen oder suche dort selbst. Ich merke, dass ich viel kreativer mit meiner Kleidung bin, seit ich so viel weniger besitze. Früher hatte ich ganze Kleiderschränke. Jetzt besitze ich nur noch einen, genauer gesagt passen alle meine Jacken, Sportkleidung und restliche Kleidung mittlerweile auf eine einzelne 1m lange Kleiderstange.



Hier seht ihr noch ein Schmuckstück, das ich als Pressesample (unbezahlte Werbung) erhalten habe. Es ist von der Designerin Natascha von Hirschhausen. Ihre Mode ist nachhaltig und verfolgt das Konzept „Zero waste“. Die neue Kollektion kann man so zum Beispiel vorbestellen und auch bei den Materialien wird auf vieles geachtet. So sind die Kollektionsstücke Handgemacht und eine starke Gegenbewegung zu Fast Fashion. Übrigens, wusstet ihr, dass es zu 20% Abfällen der Stoffe kommt, sobald diese (zurecht-) geschnitten werden? Dank einer innovativen Technik der Designerin konnte man dies für ihre Kollektionen auf nur 1% minimieren.

** Übrigens, hier seht ihr einen kleinen Ausschnitt meines Kleiderschranks im Jahr 2012!**


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