LIFESTYLE | MEIN WEG ZUM MINIMALISMUS, 4 ERKENNTNISSE, DIE ICH GEWONNEN HABE

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Habt ihr euch auch schon einmal dabei ertappt, dass ihr Dinge von vornherein ablehnt, weil ihr Angst habt zu scheitern? Ich denke jeder hat so ein Thema schon einmal in seinem Leben gehabt. Bei mir war es das Thema Minimalismus, dass ich viele Jahre lang komplett abgelehnt habe und über das ich in diesem Artikel schreiben möchte..

Für mich ist Minimalismus kein „Wir räumen einmal auf und machen die Wohnung leer“, sondern ein andauernder Prozess, der viel mit der eigenen Wahrnehmung zu tun hat. Was für eine Person Minimalismus ist, ist für den anderen einfach nur wegschmeißen und wiederum für jemand anderes könnte mein minimalistischer Stil immer noch zu viel sein. Wie bei allem ist es so, dass wir uns nicht so sehr von der Meinung anderer leiten lassen sollten, sondern das tun sollten, was ich für uns gut anfühlt. 

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Ich habe meinen Weg zum Minimalismus gefunden, da in meinem Umfeld extrem viel konsumiert wurde und ich diesen Konsum irgendwann kritischer betrachtet habe. Auch ich habe im kompletten Konsum und Überfluss gelebt. Mein Highlight sind dabei immer noch 214 Paar Schuhe und fünf volle Kleiderschränke. Irgendwann kam einfach die Frage an mich selbst „Brauche ich das wirklich?“. Ich hatte einfach keinen Platz mehr, aber habe an den Dingen immer noch extrem festgehalten, obwohl ich sie nicht getragen oder benutzt habe. Das war übrigens noch in den Zeiten vor meiner ersten Wohnung, was das Platzproblem eigentlich nur noch verschlimmert hat. obwohl ich damals schon viel Wert darauf gelegt habe mich mehr zu reduzieren, habe ich meine Wohnung am Anfang des Einzugs immer noch als voll empfunden, obwohl ich von einem Zimmer praktisch in eine ganze Wohnung gezogen bin. Ich denke der absolute Knackpunkt kam, als mein damaliger Partner ausgewandert ist. Mit dem Gedanken, dass ich wahrscheinlich auch demnächst auswandern könnte, habe ich mich gefragt, was ich von diesen Dingen, die ich besitze, wirklich brauchen, vermissen würde, oder mit mir mitnehmen wollen würde/könnte.

Vor einigen Jahren bin ich auch schon einmal über die Bücher von Marie Kondo gestoßen. Bei meinem wöchentlichen Ausflug in die Bibliothek, hatte ich letztens auch ein Buch von ihr in der Hand und habe mich wieder daran erinnert, wie ich persönlich zum Minimalismus gekommen bin. Ihre Aussage, dass Dinge Freude in uns erwecken sollten, hat wahrscheinlich vieles dazu beigetragen, wie ich Dinge heutzutage kaufe und ob ich sie behalte. Es gab in meinem Leben viele lange Nächte, in denen ich spontan mein damaliges (Kinder-)Zimmer umgeräumt habe oder extrem aussortieren wollte. Ich habe mich letztendlich für Minimalismus entschieden, weil ich es so stark als Ballast empfunden habe, Dinge zu besitzen. Es hat mich irgendwie unglücklich gemacht zu wissen, dass ich so viel besitze, aber nicht weiß was ich damit anfangen kann oder soll und überhaupt keine Dankbarkeit oder Freude mehr für die Dinge empfinde, die mich umgeben. Stattdessen habe ich mich von Ihnen erdrückt und eingeschränkt gefühlt, denn letztendlich war ja kein Platz mehr für die Dinge da, die ich wirklich mochte. Wie habe ich es also nun geschafft mich so stark zu reduzieren und was habe ich daraus gelernt? Nun kommen wir auch endlich zu den 4 Ansichten, die ich gewonnen habe.

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Selbstreflexion 

Das ist natürlich eine schwierige Frage, aber ihr könnt euch selbst einmal fragen, was ihr wirklich von den Dingen braucht, die ihr besitzt.  Habt ihr vielleicht Dinge die gar nicht mehr zu euch passen? Das könnten zum Beispiel Kleidungsstücke sein, die zu klein geworden sind oder gar nicht mehr zu eurem Stil passen. Es könnten aber auch irgendwelche Dinge sein, die euch irgendwann mal kaputtgegangen sind, die ihr zwar reparieren wolltet, aber euch nie darum gekümmert habt. Es könnten auch Dinge sein, die ihr mehrmals habt, wie zum Beispiel hunderte Kugelschreiber, obwohl ihr eh nur mit zwei oder drei Stiften regelmäßig schreibt. 

Wertschätzung und Dankbarkeit 

Was habe ich? Komische Frage, oder? Aber es ist vielleicht auch wichtig zu sehen, was man alles besitzt. Es geht schnell, dass man irgendwelche Papiere Briefe oder Kleinigkeiten in irgendwelche Schubladen reinstopft, oder Dinge im Keller lagert. Dabei sollte man sich wirklich fragen, ob es einen Sinn hat Dinge aufzubewahren, die man nicht benutzt oder nicht einmal sieht. Oftmals kaufen wir neue Dinge, obwohl wir schon etwas ähnliches oder das gleiche zu Hause herumliegen haben, daher sollte man sich fragen, ob man die Dinge die man besitzt, auch wirklich braucht und jeden Kauf hinterfragen.

Ruhe in der Ordnung 

Für mich war ein ganz wichtiger Aspekt mich zu reduzieren, Ruhe zu finden. Ich habe es als unglaublich anstrengend empfunden den Dingen, die ich besessen habe, gerecht zu werden. Irgendwann hatte ich nicht mehr das Gefühl, dass ich Dinge besitze, sondern dass sie mich besitzen. Allein wie viel Zeit ich darin investieren musste zum Beispiel Staub zu putzen, da die Dinge, die herumstehen, auch einfach dreckig werden oder diese immer wieder neu anzuordnen, oder wie schon erwähnt Platz für sie zu finden. Falls ich etwas gesucht habe, musste ich ständig irgendwelche Schubladen leeren, oder über eine Weile lang nach etwas suchen. Wenn man so viel besitzt, ist es schwer zu wissen, wo sich manche Dinge befinden könnten. Seit ich mich so sehr reduzieren konnte, habe ich gefühlt mehr Zeit gewonnen, denn das Suchen nach irgendwelchen Papieren, aber auch das Putzen der Wohnung, geht so viel schneller, da mir einfach nichts mehr im Weg steht.

Der finanzielle Aspekt

Minimalismus kann auch einen positiven Effekt auf die Finanzen haben. Ich habe zum Beispiel angefangen Dinge auszusortieren und zu verkaufen, wodurch ich mehr Platz habe und nebenbei etwas an den Verkäufen verdienen konnte. Dabei muss es nicht unbedingt um Kleidung gehen, die man auf Second-Hand Marktplätzen verkauft, sondern auch um Möbel oder andere Kleinigkeiten, die jemand anderes brauchen könnte. Zum Beispiel habe ich Aktenordner verkauft, nachdem ich Papiere sortiert habe und diese einfach nicht mehr brauchte. Minimalismus kann also auch eine nachhaltige Bewegung sein, die Ressourcen und Energie spart uns eine Win-Win Situation für mehrere schaffen kann.

Kurzgefasst, Minimalismus kann etwas sein, dass jeder mehr oder weniger für sich definieren kann. Es gibt hierbei kein richtig oder falsch. Es ist egal, ob ihr eine Capsule Wardrobe habt oder eine „leere“ Wohnung. Minimalismus kann aber muss ich auch nicht auf alle Bereiche eures Lebens beziehen. Ich würde auch nicht von mir behaupten, dass ich es geschafft habe, in allen Bereichen meines Lebens Minimalismus schon so anwenden zu können, wie ich es mir wünschen würde. Allerdings kann Minimalismus genauso eine Motivation sein, etwas im Leben zu ändern. Wie bereits zu Anfang erwähnt, sehe ich den Minimalismus als ein stetiger Prozess, der von jedem individuell interpretiert werden kann.


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